Montréal

Die Busfahrt nach Montréal war wenig entspannend. Gefühlt habe ich gar nicht geschlafen, die Ankunft am Busbahnhof nach einer Zeitspanne, die wie 30 Minuten wirkte, zeigte aber dann wohl das Gegenteil. Unterbrochen wurde die Reise (die deutlich vor dem Zeitplan zuende gehen sollte) auch nur durch einen kurzen Aufenthalt an der Grenzkontrolle.

Einreise nach Kanada

Irgendwann mitten in der Nacht wache ich zu der Aussage auf, dass wir alle aussteigen sollen und unser Gepäck mitnehmen. Ich bin etwas verwirrt, trotte aber den Mitfahrern hinterher und wir gehen alle in ein kleines Gebäude neben dem Bus – Grenzkontrolle.

Der Beamte fragt mich gefühlte tausend Fragen – wo komm ich her, wo will ich hin, welches Limit hat meine Kreditkarte, wieviel Geld hab ich auf dem Konto – und nicht ein einziges „Sorry“ oder „Eh“ dazwischen. Ganz und gar unkanadisch!

Danach geht es fünfzehn Meter weiter wieder rein in denselben Bus und die Fahrt kann weitergehen bis zum Busbahnhof in Montréal.

 

M Montreal – ein klasse Hostel

Total verschlafen mache ich mich auf die Suche nach WLAN und werde in einem Starbucks ein paar Meter weiter fündig. Der Weg zum Hostel ist glücklicherweise nicht weit. Der erste Eindruck (und auch der zweite und dritte) sind klasse – eins der besten Hostels in denen ich bisher war. Vom Nachtrezeptionisten werde ich freundlich empfangen und rumgeführt – leider kann ich mein Zimmer erst gut sieben Stunden später für einen Mittagsschlaf betreten.

Die Zwischenzeit nutze ich für den ersten Gang zum Geldautomaten, ein wenig Erkundung am Hafen und natürlich Essen kaufen im Supermarkt. Montréal gibt ein schönes, entspanntes Bild ab.

Als mein Zimmer endlich bereit für den „Einzug“ ist geht’s erstmal eine Weile ins Bett und danach in die Hostelbar – wo nach ein paar Minuten bereits gähnende Leere ist. Trotzdem machen wir uns nach ein paar Bier (oder in meinem Fall: Cokes) mit einer bunten Truppe aus Amerikanerinnen, Iren, Australiern, Kanadiern und Deutschem (ja, ich war der einzige ohne Muttersprache Englisch) auf den Weg in die nächste Bar und trinken einen Cocktail.

Nachts um drei – wenn die Bars und Clubs keinen Alkohol mehr ausschenken dürfen – geht es noch zu La Banquise – dem berühmtesten Poutinerestaurant Montréals. Rund um die Uhr geöffnet bildet sich hier auch um die Uhrzeit eine Schlange da der Laden quasi der Dönerersatz Kanadas ist.

Wir stellen uns also brav an und ich komme in den Genuss der ersten Poutine meines Lebens: Pommes mit einer Art Bratensoße und Käsestücken. Wird sicherlich nicht meine Leibspeise aber man kann nachts um vier definitiv schlechter essen. 🙂

 

Mont Royal, Botanical Gardens and … more drinking!

Nach einer kurzen Nacht wollen wir in der amerikanisch-irisch-deutschen Kombination die Stadt erkunden und begeben uns erstmal auf den Weg zum Mont Royal von dem Montréal auch seinen Namen bekommen hat. An der UBahn Station angekommen machen wir uns an den Aufstieg und kommen gut ins Schwitzen obwohl es nur vielleicht zwanzig Minuten sind – dafür aber zwanzig Minuten gefüllt mit Treppen und steilen Wegen.

Glücklicherweise werden wir oben mit einem traumhaften Ausblick über die Stadt belohnt. Nach einer kleinen Fotosession geht es an den wesentlich angenehmeren Abstieg und zu Fuß zurück Richtung Hostel durchs Stadtzentrum.

Für den Abend haben wir uns die botanischen Gärten vorgenommen in denen die Gardens of Light sind – eine Ausstellung mit Lichtern. Was wir uns als kunstvoll angestrahlte Pflanzen vorgestellt haben sollte sich als wundervoll inszenierte Sammlung von Laternen in allen möglichen Formen und Farben herausstellen. Von Drachen über Tiere bis hin zu ganzen Schlossszenen war alles dabei und mit dem chinesischen Garten im Sonnenuntergang war das eine tolle Erfahrung.

Nach einer kurzen Dusche geht es wieder in die Stadt von einer Bar zu einem Speakeasy – früher zu Zeiten der Prohibition waren das quasi die Raucherclubs von heute, nur eben mit Alkohol. Heute bezeichnet der Begriff eher coole Undergroundbars. Am Eingang prangt das Logo einer Detektei und hinter der Tür ist direkt eine Wand. Nur wer weiß, wo man drücken muss, öffnet eine Geheimtür die in die Bar in den Keller führt – ziemlich cool.

 

Kanadisches Kino

Natürlich darf auch der Kinobesuch in Kanada nicht fehlen also entscheide ich mich für Sausage Party – hammer witziger Film, allerdings nur für Freunde des derben Humors. Da ich deutlich zu früh im Kino bin komme ich auch in den Genuss des Vor-Film-Programms das mal eine ganze Ecke besser ist, als die Werbung in deutschen Kinos. Von Interviews zu kommenden Filmen über interessante Minidokumentationen ist alles mögliche mit dabei und kurz vor Filmbeginn kann sogar noch mit einer eigens dafür bereitgestellten App gegen andere Kinobesucher gespielt werden – die Highscores werden dabei auf der Leinwand angezeigt und man kann Bonuspunkte fürs Treueprogramm gewinnen.
Leider spielt nur eine Person an dem Tag weshalb die Ergebnisse nicht sehr spannend sind. 😉

 

Kleine Stadtführung

An meinem letzten Tag komme ich auch noch in den Genuss der Stadtführung, die vom Hostel angeboten wird (irgendwie falsche Reihenfolge aber egal). Die Gruppe – größtenteils deutsch natürlich – wird durch das alte Montreal geführt und mit interessanten geschichtlichen Hintergründen unterhalten.

Danach mache ich mich noch mit einem Deutschen aus dem Hostel auf den Weg zur Formel 1 Strecke die man mit dem Fahrrad erkunden kann – vermutlich nicht ganz dasselbe Geschwindigkeitsgefühl wie bei den Rennen aber trotzdem ne spaßige (und bei dem Sonnenschein schweißtreibende) Angelegenheit!

 

Von hier geht es dann weiter mit dem Bus nach Toronto.

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