New York

Von Island geht es direkt weiter nach New York – eins meiner Traumziele seit vielen Jahren. Mit dem Flug geht alles problemlos von statten und ich lande an einem Mittwoch abend in einem sehr schwülheißen Newark Airport – die Hitze ist wie eine Wand nach den windigen Temperaturen Islands.

Ankunft

Die Ankunft geht erstmal problemlos von statten, aber genau wie in Los Angeles vor 2,5 Jahren unterschätze ich wieder die Dauer der Sicherheitskontrollen an einem amerikanischen Flughafen. Die Amis wollen absolut sichergehen, dass sie sich nur gegenseitig ermorden.

Da mein Flug aber über dreißig Minuten früher als geplant angekommen ist macht das gar nichts und ich sitze einige Zeit später im Transferbus zur Grand Central Station. Dieser kostet mich 17$ oder genau den Betrag, den ich für meine letzten isländischen Kronen noch bekommen habe – passt!

Der Weg mit dem Bus führt durch das abendliche Manhattan und ich muss gestehen – ich bin überwältigt. Selbst Tokio mit seinen unglaublichen Ausmaßen kann nicht mit so einem hektischen Gefühl aufwarten wie der Time Square bei Nacht. Die Stadt, die niemals schläft? Kein Wunder, viel zu hell dafür!

Von der Grand Central Station geht es weiter nach Long Island zu meinem Hostel – dem Q4 Hotel. Einchecken geht problemlos und für mich geht es weiter ins Bett, der Tag war lang und meine innere Uhr sagt es ist schon nach Mitternacht.

Dafür wache ich am nächsten Tag natürlich um sechs Uhr früh auf, schließlich ist es laut Islandzeit ja schon zehn. Also nach einer schnellen Dusche direkt auf den Weg nach Manhattan gemacht, leider bei leichtem Niselregen – wäre das doch nur so geblieben.

Erste Schritte in Manhattan

Ein Tipp vom Hostelmitarbeiter führt mich zum Union Square in einem 24h Best Buy – yep, ein Elektronikladen der rund um die Uhr geöffnet hat. Falls auch die zweite Powerbank also beim nächtlichen Pokemon jagen den Geist aufgibt – hier gibts schnellen Ersatz.
Dort kümmere ich mich erst mal um mobiles Internet. Leider hat T-Mobile technische Probleme (scheint in den Staaten derselbe Saftladen wie zuhause zu sein) weswegen meine Aktivierung dann erst irgendwann gegen Mittag erfolgt.

Kurz bei Taco Bell nebenan gefrühstückt und schon erkunde ich weiter die Straßen. Aufgrund des trüben Wetters habe ich noch nicht viele Sehenswürdigkeiten angeschaut bin aber dafür schon an allen möglichen wichtigen Gebäuden vorbeigelaufen – Empire State Building, Trump Tower, Rockefeller Tower.

Später laufe ich auch vom Hostel noch zum Central Park – nur knapp 5km wenn man den Weg auf die Brücke findet. Wenn nicht sind es gut zehn. 🙂
Dort gibt es dann Mittagessen von Chipotle und ein wenig Pokemon zur Entspannung. Leider ist das auch der Punkt an dem ein Platzregen einsetzt wie ich ihn selten erlebt habe. Komplett durchnässt begebe ich mich auf den Weg zurück ins Hostel und entscheide mich dafür, abends noch ins Kino zu gehen (Tradition und so). Vorher buche ich allerdings noch ein paar Tickets online vor um mich gut mit Sehenswürdigkeiten zu versorgen.

Die Wahl des Films fällt auf Mechanic: Resurrection und ich vermute, dieser Film ist das Ergebnis eines Meetings von betrunkenen Actionfilmfans die noch nie im Leben ein Drehbuch in der Hand hatten – aber na ja, unterhaltsam wars trotzdem.
Das Kino – direkt am Time Square – ist das reinste Labyrinth. 25 Sääle auf fünf oder sechs Ebenen verteilt – gigantisch. Und ich hab noch nie ein Kino gesehen, in dem an der Snacktheke Pizza, Hot Dogs, Chicken Wings etc verkauft werden – Welcome to America!

 

Empire State Building? Eher Empire Wait Building…

Freitag… Die Sonne scheint… Die Frisur si… halt, das war Werbung. Die Sonne scheint aber wirklich also mache ich mich heute endlich auf, Fotos zu machen und versuche die unglaublichen Ausmaße dieser Stadt auf (digitalen) Film zu bannen.

Tags zuvor habe ich den New York City Pass gebucht, der mir vergünstigten Eintritt zu drei Sehenswürdigkeiten verschafft. Um das tolle Wetter zu nutzen mache ich mich also gleich als erstes auf den Weg zum Rockefeller Plaza zum Top of the Rock – einer Aussichtsplattform im Rockefeller Tower mit einem wundervollen Ausblick über Manhattan und beinahe unbehinderter Sicht von oben auf den Central Park. Nach kurzer Wartezeit in der Ticketschlange geht es auch schon nach oben und der Ausblick ist wirklich atemberaubend. Viel los ist um die Uhrzeit ebenfalls noch nicht.

Für die zweite Aussichtsattraktion (und um sagen zu können „Ich war da“) mache ich mich direkt weiter auf den Weg zum berühmten Empire State Building. Hier sollte die Erfahrung dann eine ganz andere sein. Ich zähle einfach mal kurz die Warteschlangen auf, die ich hier erlebt hab (es gibt sicherlich noch mehr – auf dem Klo oder so):

  1. Sicherheitskontrolle (ca 10-15 Minuten, sicherer als an jedem Flughafen)
  2. Ticketschalter (ca 10-15 Minuten)
  3. Aufzug nach oben zum „First View“ im 80. Stock (eine Indoor-Aussichtsplattform) (ca 5 Minuten)
  4. Aufzug nach oben zur ersten Aussichtsplattform im 86. Stock (ca 30-40 Minuten Wartezeit!! Glücklicherweise kann man die Treppen für die paar Stockwerke nehmen…)
  5. Aufzug nach oben zur zweiten Aussichtsplattform im 102. Stock (wo ich nicht war, kostet extra)
  6. Aufzug nach unten zurück zum 80. Stock (wieder etwa 20 Minuten aber dank Treppen nicht vorhanden)
  7. Aufzug nach unten in die Lobby (war auch quasi nicht vorhanden)

Was erwartet einen dafür oben (bezieht sich nur auf den 86. Stock)? Eine dicht gedrängte Außenplattform die rundrum mit Menschen gefüllt ist. Kaum zwei Menschen können nebeneinander stehen. Das Gitter hier ist etwas besser zum „durchfotografieren“ mit richtigen Kameras geeignet als die Scheiben am Rockefeller Center, dafür aber schlechter für Selfies oder Handykameras. Der Blick ist natürlich auch hier absolut atemberaubend, leider ist die Aussicht auf den Central Park schlechter (weil nämlich oben erwähntes Rockefeller Center im Weg steht :-)).
Also rein für den Ausblick und die Erfahrung bevorzuge ich definitiv das Top of the Rock. Aber ich kann sagen „Empire State Building? Klar, war ich drauf“.

Als dritte Attraktion werde ich vermutlich an einem Regentag mal das Naturkundemuseum besuchen da ich mir die Tickets für die Freiheitsstatue bereits extra gekauft habe.

Nachmittags und abends bin ich noch ein wenig durch die Stadt gewandert und saß mit hunderten anderen Leuten im Central Park beim Pokemon Go spielen. Kennt ihr die Videos wo eine riesige Menschenmasse plötzlich über die Straße rennt um irgendwas seltenes zu fangen?
Ja, das passiert wirklich! Regelmäßig! Und es ist auch in echt genau so absurd wie es im Video aussieht. 🙂

 

9/11, Wall Street und der Time Square

Samstag war mal ein Trip Downtown angesagt – das Wetter war trotz durchwachsener Vorhersage immer noch bombastisch und ich wollte mir mal den Battery Park ansehen um Fotos von der Freiheitsstatue zu machen. Auf dem Weg dorthin musste ich natürlich noch in der Wall Street stoppen und mal schauen, was meine Aktien machen (nichts, da die bei deutschen Börsen liegen aber egal :)).

Angekommen im Park bin ich erstmal wieder auf filmische Klischees reingefallen. Im Fernsehen sah es immer aus als wäre die Freiheitsstatue kurz vor der Küste – Pustekuchen. Genau wie beim Hollywood Sign ist auch hier die Distanz ziemlich groß und selbst mit dem großen Kameraobjektiv ist ein gutes Foto kaum möglich. Aber dafür fährt man ja rüber 🙂

Ein kurzer Blick auf Google Maps verrät mir, dass auch das 9/11 Memorial in der Nähe ist also nutze ich die Gelegenheit und schaue mir das gleich an – und der Anblick ist beeindruckend. Ein riesiges quadratisches Loch im Boden stellt einen Brunnen dar, durch den das Wasser abfließt. Rundherum sind die Namen der Opfer in den Stein eingraviert. Was mich am meisten beeindruckt hat ist, dass jeden Tag Rosen bei den Opfern abgelegt werden, die an diesem Datum Geburtstag hätten – sehr bewegend.

Zurück im Hostel habe ich den Plan, mich auszuruhen um abends dann das Nachtleben zu sehen. Nach ein paar Minuten checkt aber Linda, eine nette Amerikanerin aus dem mittleren Westen, ein und wir kommen ins Gespräch. Da sie als erstes zum Time Square will, ich noch keine Fotos von eben diesem habe und das Wetter immer noch schön ist gehe ich also mit und wir streifen durch Manhattan und den Central Park.
Es ist einfach unfassbar, wie riesig dieser Park ist. Nach etwas weniger als der Hälfte geben wir auf, besorgen uns was zu essen und fallen halb tot ins Bett – Nachtleben adieu.

 

Naturkundemuseum und Broadway

Am Wochenende wurde Sturm vorhergesagt – die Ausläufer eines Hurricanes aus Florida sollten die Küste hochziehen. Wie ich später erfahre schlagen sie auch in Boston zu. Für das Regenwetter lege ich mir also einen anderen Plan zurecht und lege meinen Besuch im Naturkundemuseum auf den Sonntag.

Wie es mit der Vorhersage so ist tritt nichts davon ein und auch der Sonntag ist von strahlendem Sonnenschein geprägt – was vielleicht nicht so übel ist, da dadurch weniger Leute ins Museum gehen. 🙂
In der Subway treffe ich zwei nette Niederländerinnen die noch ein Ticket fürs Museum übrig haben und mir netterweise abgeben.

Das Naturkundemuseum ist gigantisch und die Ausstellungsstücke sind richtig cool präpariert und dargestellt. Gerade die Diaramen, die Säugetiere aus den einzelnen Arealen der Welt darstellen, sind wahnsinnig gut gestaltet und eine Augenweide.
Im Preis inbegriffen ist ein super interessanter 3D Film über die Arktis. Aufgrund der schieren Größe bin ich auch hier wieder einige Kilometer zu Fuß unterwegs und lasse es nach gut drei Stunden gut sein.

Nach etwas Ausruhen steht eins meiner persönlichen Highlights für den New York Aufenthalt an:
Ein Musical direkt am Broadway. Meine Wahl fiel auf Aladdin und meine Güte war das eine gute Entscheidung. Die Show ist richtig gut, der Humor ist klasse und die Darsteller des Genie sowie Jafars kleiner Helfer sorgen für richtige Brüller.
Trotz dem König der Löwen letzten Dezember ist das meine neue Nummer 1 und eine absolute Empfehlung für jeden, der in New York ist.

 

Arbeiten und Broadway die Zweite

Montag lasse ich etwas ruhiger angehen und kümmere mich mal ein wenig um die Arbeit. Dafür setze ich mich in ein kleines Café mit kostenlosem WiFi und lege los.

Zurück im Hotel bin ich (mal wieder) ziemlich erschöpft als Linda ins Zimmer kommt. Sie ist unschlüssig ob sie sich noch eine Broadway Show ansehen soll. Also nutze ich die Gelegenheit – immernoch ein wenig geflasht von Aladdin – und wir gehen zusammen zum Time Square an den Tkts Schalter.

Der Tkts Schalter ist extrem cool, dort werden Resttickets für Shows des jeweiligen Tages extrem günstig verkauft – teilweise 60% günstiger als im Original. Wir entscheiden uns für die Show Paramour (wegen der Cirque du Soleil Beteiligung) die wir 40% günstiger bekommen und machen uns dann auch relativ flott auf den Weg ins Theater. Dort angekommen wünsche ich mir die Süßigkeitenpreise aus den Kinos zurück aber ein bisschen was knabbern muss sein.

Die Show ist auch hier wieder bombastisch – in der Filmindustrie angesiedelt verbindet sie Akrobatik mit vielen verschiedenen Musik- und Tanzrichtungen und macht richtig Spaß zuzusehen.

Zwei Broadwayshows in einem Trip – Frank ist glücklich! 🙂

 

Freiheitsstatue

Mein letzter kompletter Tag in New York wird von einem Besuch bei der Freiheitsstatue gekrönt. Für Linda (als eingefleischte Amerikanerin) war das der Höhepunkt ihres NY Besuchs was ich noch nicht ganz nachvollziehen konnte.

An der Fähre war erstmal wieder warten und Sicherheitskontrolle angesagt (ich hab noch nie so viele Sicherheitsschranken wie in dieser Woche durchquert…). Selbst auf der Fähre war für mich noch nichts besonderes zu spüren – könnte aber natürlich an der Müdigkeit einer zu kurzen Nacht liegen.

Als ich dann aber auf der Insel ankomme war ich wirklich beeindruckt. Die Statue ist gigantisch und trotzdem sehr fein gemacht – tatsächlich bin ich überrascht, wie gut es mir gefällt.

Aufgrund meiner Erschöpfung bleibe ich aber nur relativ kurz, überspringe dann auch Ellis Island und gehe Postkarten kaufen die ich bei einem köstlichen Frozen Yoghurt schreibe und danach absende.

 

Mittwochs ist mein Aufenthalt zuende und ich mache mich spontan auf den Weg nach Boston zu Monica, die ich vor drei Jahren in Neuseeland kennengelernt habe. Da es kein großer Umweg auf dem Weg nach Montreal ist und ich dort eine kostenlose Couch zum Schlafen habe – warum nicht?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.