Toronto

In Montreal hat mich Rick schon gewarnt, dass die Busstrecke nach Toronto keine außergewöhnlichen Naturwunder bereit hält. Gerne hätte ich hier eine Nachtfahrt gebucht um noch eine Nacht im Hostel zu sparen aber das hat nicht funktioniert, am frühen Nachmittag gings los. Und das sollte noch nicht das ganze Übel sein…

Hostel Nummer 1

Bei der Planung für den Toronto Trip bemerkte ich, dass ich offensichtlich viel zu spät dran bin – alle Hostels waren ausgebucht für meinen Aufenthalt. Erst auf einer anderen Website konnte ich noch ein letztes Bett ergattern nachdem ich schon anfing, nach Hotelzimmern Ausschau zu halten.

Nach der ereignislosen Busfahrt und einer weiteren Fahrt mit den Öffentlichen kam ich dann spät abends relativ am Rande Torontos im Hostel an – wobei „Hostel“ nicht das beste Wort ist. Von außen ein normales Wohnhaus mit einem kleinen Schild im Fenster und dem Hinweis, bitte die kleine Seitentür zu benutzen komme ich in einem Haus an wo quasi jeder mögliche Platz mit Etagenbetten belegt ist.weite

Der Mitarbeiter zeigt mir mein Bett und nach und nach entdecke ich hinter anderen Türen immer mehr Zimmer in denen Betten stehen – insgesamt sicher 16 Stück. Allerdings hatten die Betten alle Vorhänge und Mehrfachsteckdosen woran sich andere Hostels mal ein Beispiel nehmen könnten. Die Mitbewohner sind auch alle nett (und nicht deutsch – großer Pluspunkt) und so ist die Entfernung zur Innenstadt und das etwas „beengende“ Gefühl das einzige Problem.

Nach einer Pizza bei Dominos – was glücklicherweise nur einen kleinen Fußmarsch entfernt ist – gehts auch direkt ins Bett.

 

Erster Eindruck

Ausgeruht geht es wieder in die Stadt und zum CN Tower – dem höchsten Gebäude der Stadt. Mit CityPass bewaffnet bin ich direkt zur Öffnung dort und einer der ersten oben und der Ausblick ist wirklich spektakulär mit strahlendem Sonnenschein über den Lake Ontario und die supermoderne Skyline Torontos.

Nebenan ist direkt das Aquarium und nachdem ich den Eintritt dank CityPass ja bereits bezahlt habe schau ich mir das ganze an und bin sehr positiv überrascht – Langeweile kommt nicht auf und der riesige Tank mit Schildkröten, Haien und anderen exotischen Fischen durch den man in einem Tunnel durchlaufen kann ist wirklich schön – und macht mir wieder bewusst, was mich in Australien so erwartet. 🙂

Nach einem kleinen Ausflug zum Seeufer und entlang der Promenade gehts ins Eaton Center – ein gigantisches Einkaufscenter – zum Essen. Das Wetter ist unglaublich gut, deshalb beschließe ich spontan für zwei Tage ein Auto zu mieten und direkt noch am selben Tag zu den Niagara Fällen rauszufahren.

 

Niagara Falls

Die Fahrt ist länger als gedacht aber das Ziel ist es dann wert – wenn auch überraschend. Kurz nach der Ankunft im Örtchen Niagara Falls geht es rechts eine Straße hoch die so direkt aus Las Vegas ein könnte – überall blinkt es und eine Attraktion versucht die andere zu überbieten. Casinos, Spielhallen, 4D Kinos, Restaurants – Wahnsinn.
Die Promenade an den Wasserfällen selbst ist aber dann schon ruhiger (größtenteils) und definitiv einen Besuch wert – gerade bei so einem Sonnenschein.

Abends geh ich noch eine Runde feiern – leider bin ich der erste im Club (ist ja auch Donnerstag) und es dauert relativ lang bis es voller wird. Das Publikum ist allerdings mal so gar nicht mein Ding, gegen ein Uhr bin ich umgeben von Silikonbrüsten und Poserdudes so dass ich mich verabschiede.

 

Wandern in Kanada

Damit ich endlich mal aus den Städten rauskomme und mich bewege recherchiere ich ein paar Wandergebiete rund um Toronto und meine Wahl fällt auf die Elora Gorge, etwa anderthalb Stunden entfernt. Recht früh mache ich mich auf den Weg, parke im kleinen Örtchen Elora und erkunde die große Spalte die scheinbar – zu anderen Jahreszeiten – ein ziemlicher Touristenmagnet ist. Hier kann man nicht nur wandern sondern auch tuben – also sich im Schwimmreifen den Fluss entlang treiben lassen. Ein großer Teil der Wanderung geht über einen riesigen Campingplatz (der allerdings fast komplett leer ist).

Während meines Marsches treffe ich so gut wie nie Menschen – ein sehr entspannendes Gefühl. Da ich den kompletten Trip anhand von Karten aus dem Internet eher abseits von offiziellen Pfaden mache stehe ich leider am Ende vor einem verschlossenen Tor an einer Baustelle – leider innen. Um nicht ewig zurücklaufen zu müssen kommen die (sehr eingerosteten) Boulderskills zum Zug und ich klettere schnell über den Zaun – gerade im richtigen Moment, den etwa eine Minute später fahren drei Polizeiautos an mir vorbei. Gut, dass die mich nicht gesehen haben.

Abends versuche ich mich nochmal an der Partyszene Torontos in einem anderen Club. Abgesehen vom lächerlich hohen Eintrittsgeld von 30 Dollar ist der Laden schon eher mein Ding. Die Musik ist leider etwas zu elektrolastig, dafür sind aber einige Shuffler am Start und insgesamt sind die Leute wesentlich mehr auf dem Boden geblieben.

 

Regentag im Museum

Aufgrund des Regens gehe ich mit einer Schweizerin aus dem Hostel zum Museum an dem sich die Massen schon bis auf die Straße anstellen. Dank meines CityPass konnte ich aber an der Schlange vorbeigehen und direkt rein. Leider stellt sich das Museum als relativ langweilig für mich heraus – nicht zu vergleichen mit dem Museum in New York.

 

Hostel Nummer 2

Mein zweites Hostel ist deutlich zentraler allerdings nicht viel besser. Da ich mich spontan entschlossen habe, nach Las Vegas weiterzufliegen und der einzig günstige Flug erst Dienstag ist, musste ich allerdings meinen Aufenthalt in Toronto um zwei Nächte verlängern – dafür hat es locker gereicht.

Diese Tage verbringe ich hauptsächlich mit Arbeiten und Essen (dank der Nähe zum Eaton Center ist hier die kulinarische Auswahl deutlich besser).
In Montreal ist mir glücklicherweise eingefallen, dass Tim – einer meiner ehemaligen Studienkollegen – schon seit ein paar Jahren in Toronto wohnt und Montag klappt es dann auch mit einem Treffen. Bei wahnsinnig leckeren Wings tauschen wir uns über die letzten acht Jahre aus, die wir uns schon nicht gesehen haben – war super!

 

Insgesamt ist Toronto eine schöne Stadt aber auch hier fehlt mir ein bisschen die „Seele“ in der Stadt – aber verglichen mit zum Beispiel Manhattan ist es schon angenehmer und natürlich war es ein tolles Gefühl, ein Naturschauspiel wie die Niagara Fälle bewundern zu dürfen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.