Wellington – Acht Wochen in der Hauptstadt

DSC02394Nach meinem Roadtrip von Christchurch nach Picton und dem anschließenden Trip  mit der Fähre kam ich nun in der Hauptstadt Neuseelands an: Wellington. Mit seinen knapp 450.000 Einwohnern ist Wellington zwar deutlich kleiner als Auckland, trotzdem fühle ich mich hier direkt von Anfang an viel wohler. Der komplette Stadtkern (der sich auch nach Stadt anfühlt) liegt gemütlich in einer kleinen Bucht alles dicht beisammen.

Nachdem mich der Gedanke, ewig mit anderen in einem Hostel zu wohnen, noch nie sonderlich gereizt hat, war mein Plan hier ähnlich wie in Auckland: die ersten Tage in einem Hostel (in diesem Fall mein erstes Base nachdem ich in Auckland schon Stammgast in der Basebar war) verbringen und mich auf die Suche nach einer WG machen. Schon nach wenigen Tagen wurde dieser Plan allerdings ad acta gelegt – nach einer kurzen Eingewöhnungszeit war das Leben im Großraumhostel gar nicht so übel. Eine schöne Mischung zwischen Anonymität von Duzenden wechselnden Menschen täglich und die Vertrautheit einiger weniger, die länger bleiben.

Außerdem war die Location des Hostels für mich perfekt: Genau um die Ecke von Courtenay Place, der Feiermeile Wellingtons. Hier reiht sich eine Bar an die nächste, es gibt keine Eintrittskosten und am Wochenende tummeln sich hier die Feierwütigen (und Frank natürlich immer darunter). Solange man sich selbst unten auf der Straße befindet ist das auch okay, möchte man jedoch am Wochenende hier schlafen wird es teilweise schwer – die Schallisolierung ist nicht unbedingt die beste.

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Neben einigen gewollten Abenteuern – Klettergarten, Paintball, 8m Sprungbrett direkt ins Hafenbecken – gab es auch diverse interessante erste Erlebnisse, zum Beispiel mein erstes Erdbeben. Während meinem Besuch im Te Papa (dem Nationalmuseum) fängt plötzlich alles an zu schütteln und die Wände wackeln. Im Museum hat es niemand richtig ernst genommen, da es auch einen Erdbebensimulator gibt und vermutlich alle dachten, es wäre eine Simulation. Nach einigen Sekunden ist alles vorbei und alle schauen sich erstmal an und wissen nicht, wie mit der Situation umzugehen ist. Erst nachdem wir draußen waren haben wir mitbekommen, dass es in Wirklichkeit ein echtes Erdbeben der Stärke 6,3 auf der Richterskala war. Verletzt wurde allerdings niemand (man merkt, Neuseeland hat Erfahrungen mit Erdbeben).

Zwischendrin stand die Stadt dann mal während der Sevens Kopf. Aus dem ganzen Land strömen die Kiwis nach Wellington um ein Wochenende ihrem Rugbywahn bei dieser Liga freien Lauf zu lassen. Nach den Spielen wird sich dann traditionell verkleidet, die komplette Feiermeile wird abgesperrt und das landestypische Besäufnis (diesmal in den unterschiedlichsten Kostümen) geht los.
Mein Problem während dieser Zeit war eigentlich nur, dass schon Monate vorher alle Hostels, Hotels und andere Übernachtungsmöglichkeiten ausgebucht sind. Gewitzt wie ich bin habe ich mir also für das Wochenende ein Auto gemietet und mein Lager in Paraparaumu – ein kleines Städtchen etwa 45 Minuten nördlich von Wellington – aufgeschlagen. Coole Erfahrung und zeigt mal wieder, wie sehr die Kiwis ihr Rugby lieben.

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Insgesamt war die Zeit in Wellington – genau wie Auckland – nicht sonderlich spannend, auch hier habe ich aber wieder tolle Menschen aus der ganzen Welt kennengelernt. Nach gut acht Wochen war ich dann allerdings auch relativ froh als es weiterging und die Zeit des Reisens in greifbare Nähe rückte.

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